Schützenverein Neuenfelde von 1912 e.V.

 

In den Jahren 1910/11 war in Neuenfelde mehrfach die Gründung eines Schützenvereins im Gespräch, doch war das Unternehmen stets an der Standortfrage gescheitert. Ende 1911 gab es dann eine erfreuliche Wende. Willy Bundt, der Vater unseres langjährigen Vereinswirts, Nicolaus Bundt, erklärte sich bereit, auf seinem Grundstück einen Schießstand zu errichten und diesen „unentgeltlich zur Verfügung zu stellen". Im Gegenzug verpflichtete sich der Schützenverein Neuenfelde, „alle Vergnügungen und Veranstaltungen" innerhalb der folgenden 25 Jahre im Hause Bundt abzuhalten. Diese erste Anlage wurde neben der bestehenden Kegelbahn errichtet, hatte 4 Stände und die Schussdistanz betrug 175m.

Am 31. Januar 1912 fand die erste protokollierte Versammlung, geleitet durch Hinrich von Riegen, im Gasthaus Bundt statt. Ein siebenköpfiger Vorstand wurde gewählt, die von einer Kommission erarbeitete Satzung beschlossen und der Vertrag mit dem Hause Bundt geschlossen. Unter dem Vorsitz von Hermann Kleemeyer sen. begann der Vorstand, den Verein aufzubauen. Bereits am 2. Juni 1912 wurde auf dem Schießstand der I. König, Peter Suhr, ermittelt. Dessen Amtsdauer war die kürzeste in der  Vereinsgeschichte, denn schon 3 Wochen später, am 23. Juni 1912, dem 2. Schützenfesttag, errang Julius Oldhaver die Königswürde. Im ersten Jahr seines Bestehens erreichte der Verein eine Stärke von 72 Mitgliedern. Bereits in dieser Zeit feierten die Schützen in der zweiten Jahreshälfte ein Festessen, wie die Festschrift aus 1913 zeigt.

Bevor der I. Weltkrieg das Vereinsleben zum Erliegen brachte, wurde die erste Fahne beim Schützenfest 1914 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und befreundeter Vereine geweiht. Während des I. Weltkrieges ruhten die Aktivitäten des Vereins weitgehend. Viele der Mitglieder hatte man zum Militärdienst einberufen und auch unter ihnen fand der Krieg seine Opfer.
An die neun Schützenbrüder, die leider nicht zu ihren Familien in die Heimat
zurückkehrten, erinnert eine Ehrentafel in unserem Schützenheim. Mit viel Umsicht und Tatkraft führte der Vorstand den Schützenverein nach diesem traurigen Zeitabschnitt durch die nun folgende schwere Zeit und bereits im Sommer 1919 wurde wieder ein Schützenfest gefeiert.

Im Kirchspiel Neuenfelde war 1921 in der damals noch selbständigen Gemeinde Nincop ein zweiter Verein, der „Freihandschießclub Nincop", gegründet worden. Dieser Verein nutzte einen Kleinkaliberstand auf dem Platz des heutigen Obstbaubetriebes von Torsten Schultze, Nincoper Ort 2a. 1934 wurde der Freihandschießclub aufgelöst und viele seiner Mitglieder traten dem Schützenverein Neuenfelde von 1912 e.V. bei. Mit diesen Mitgliedern wurde
auch das Kleinkaliberschießen beim Schützenverein Neuenfelde eingeführt.

Zum 25-jährigen Vereinsjubiläum errang Johannes Lindemann die Würde des Jubiläumskönigs. Der Vorstand, unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Gerd Rüther, bereitete das Jubiläumsfest am 13. und 14. Juni 1937 vor, zu dem 18 auswärtige Vereine geladen wurden. Aus dem darauf folgenden Jahr datiert
das erste bekannte Vereinsbild, das 78 Schützen und die Königin zeigt.

Nach dem Schützenfest 1939, unter dem heraufziehenden Schatten des 2.Weltkrieges, stellte der Schützenverein seine Feiern ein. Bis 1950 ruhte der Verein aufgrund von Verordnungen der alliierten Militärverwaltung.

Doch schon bald gelang es dem wiedergewählten 1. Vorsitzenden, Gerd Rüther und vielen Helfern, den Verein mit neuem Leben zu erfüllen und es wurde wieder mit der Vorbereitung eines Schützenfestes begonnen. Neben dem Traditionsschießen gewann in den folgenden Jahren das sportliche Schießen an Gewicht und bereits 1957 konnte eine Mannschaft zu den Kreisrundenwettkämpfen gemeldet werden.

Schon kurze Zeit später wurde der Verein erneut vor eine schwere Aufgabe gestellt. Der alte Schießstand genügte den Sicherheitsvorschriften nicht mehr. In Zusammenarbeit mit dem damaligen Vereinswirt, Nicolaus Bundt, ging man an die Planung und Erstellung einer Schützenhalle und eines Kleinkaliberstandes. Im Rahmen der 900-Jahr-Feier 1959 in Neuenfelde wurde diese Anlage eingeweiht.

Bereits 1960 erkannte man die Bedeutung der Jugendarbeit und trug dem mit der Gründung einer Jungschützenabteilung Rechnung. Diese damals nicht unumstrittene Entscheidung hat sich als richtig erwiesen. Heute sind mehr als 100 Mitglieder des Vereins jünger als 25 Jahre.

Mitten in die Vorbereitungen zur 50-Jahr-Feier platzte in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 die große Sturmflut, die auch in Neuenfelde verheerende Wirkung zeigte. Die neue Schützenhalle und der Schießstand wurden schwer
beschädigt, so dass das bereits angekündigte Jubiläumsschützenfest um ein Jahr verschoben wurde.

Daraus resultierte auch, dass der damals amtierende Jubiläumskönig, Heinz Stahmer, die Neuenfelder Schützen zwei Jahre regierte. Mit viel Elan gingen die Mitglieder im Sommer an die Wiederherstellung der Anlage. Das Schlussschießen im Herbst 1962 wurde bereits wieder auf der vereinseigenen
Anlage durchgeführt. Zu dem 1963 nachgeholten Jubiläumsfest kamen beinahe 50 auswärtige Vereine nach Neuenfelde und boten den zahlreich erschienenen
Bürgern ein eindrucksvolles Bild beim Festakt auf dem Sportplatz am Arp-Schnitger-Stieg.

Die Zeit blieb nicht stehen, im Zeitalter der Gleichberechtigung öffnete sich der Verein auch für weibliche Mitglieder. Auf Antrag des damaligen Schützenkönigs, Hermann Bartels, wurde 1966 eine Damenabteilung gegründet. Auch dieser Schritt war im Verein zunächst nicht unumstritten, auch wenn die Nachbarvereine aus der Altländerpokal - Gemeinschaft dies schon seit Jahren praktizierten, doch bestätigen die allgemeine Anerkennung,
die die Damen im Verein genießen und die sportlichen Erfolge, die in den  vergangenen Jahren errungen wurden, dass diese Entscheidung richtig war.  Heute gehören 116 weibliche Mitglieder dem Verein an.

In den folgenden Jahren musste sich unser Vereinswirt den veränderten wirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen. So wurde aus seinem Dorfgasthof  ein modernes Ausflugslokal mit Hotelbetrieb. Die daraus resultierenden Gegebenheiten führten zur schrittweisen Lösung des Schützenvereins vom Hause Bundt. 1973 feierten wir das erste Schützenfest mit einem Festplatz am Arp-Schnitger-Stieg und dem Schießstand im Hause Bundt.

Die vorerst jüngste Abteilung unseres Vereins, der Spielmannszug, wurde 1976 als Jugendspielmannszug gegründet. Viele Mitglieder nahmen sich engagiert diesem Vorhaben an und der amtierende Schützenkönig Jürgen Grau opferte
seinen gut gepflegten Bart, um zur Finanzierung des Vorhabens beizutragen.

Die Gründung der „Vereinigung zur Förderung von Sport und Freizeit Neuenfelde e.V." 1977 war ein Meilenstein zur Realisierung der heutigen Sportstätten der sie tragenden Vereine, der Spielvereinigung Este 06/70, dem Reit- und Fahrverein Neuenfelde und dem Schützenverein Neuenfelde. In der
folgenden Zeit konnten von der „Vereinigung“ in enger Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand, insbesondere Pastor Dr. Roscher, langfristige Pacht- und Erbbaurechtsverträge mit der Kirche für das heutige Festplatzgelände geschlossen werden. In unserem Verein begannen die Planungen für eine moderne Schießsportstätte. Im März 1983 wurde der Grundstein für unser Schützenheim am Arp-Schnitger-Stieg gelegt.

Zum Schützenfest 1983 war der KK-Stand einsatzbereit und im Mai 1984 konnte nach mehr als 10.000 Stunden Eigenleistung der Mitglieder, die  Einweihung gefeiert werden.

Zum 75-jährigen Jubiläum 1987 konnte sich unsere neue Schießsportstätte
bewähren. Ungezählte Gäste feierten mit dem Jubiläumskönig Günter Strauß ein großartiges Fest, zu dem an die Festfolge ein fünfter Tag, der Montag, angehängt wurde. In diesem Jubiläumsjahr überschritt die Mitgliederzahl die Marke 400 und eine neue Veranstaltung hatte ihre Geburtsstunde, der Wandertag zum Frühlingsbeginn.

Schon bald stellte sich heraus, dass dem neuen Schützenheim einige Nebenräume fehlten. 15 Jahre nach der Einweihung schufen die Mitglieder mit nochmals mehr als 5.000 Stunden Eigenleistung einen zweistöckigen Anbau, der ausreichend Platz sowohl für das Sportgerät als auch für das Gestühl des
Vereins bietet und den verschiedenen Gremien ein Sitzungszimmer zur Verfügung stellt.

In den vergangenen beiden Jahren wurden dann der Aufenthaltsraum und der Schützenstand des KK-Standes grundsaniert. Damit zeigt sich nun unser Schützenheim im Jubiläumsjahr von seiner besten Seite.

In seinem Jubiläumsjahr hat der Schützenverein Neuenfelde 425 Mitglieder und ist damit einer der größten im Landesverband Hamburg und Umgegend e.V.
(Gerd Behr)

 

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